Berginnenwelten - Höhlen und Azabacheminen

Die Höhlenwelten des Sueve

Schon vor 100.000 Jahren waren die Höhlen des Sueve-Bergmassivs und seiner Ausläufer zum Teil bewohnt.

 

In der Cueva Sidrón (im Dorf Vallobal, Gemeinde Piloña) sind fossilisierte Skelette und andere Zeugnisse aus der Zeit der Neandertaler gefunden worden. Weltweite Aufmerksamkeit erlangte die Höhle durch DNA-Analysen der Skelette, wodurch neue Erkenntnisse über die soziale Lebenswelt vor 50.000 Jahren gewonnen werden konnten. Die Höhle beheimatet auch steinzeitliche Höhlenmalereien und eine einzigartige Höhlenfauna.

 

Weitere Höhlen im Sueve mit archäologischen Funden aus dieser Zeit sind: Cuevas de Obaya (Gobiendes), Cueva Taraxu (Nozaleda), Cueva El Molino (Libardón).

 

Die Cueva Sidrón, wie auch die Cueva Rosa in der Nähe des Ortes Calabrez, beheimaten neben archäologischen Funden und Höhlenmalereien auch eine einzigartige Höhlenfauna. Hier wurden eine Reihe von neuen Käfer- und Insektenarten entdeckt, wie z.B. die Notidocharis calabresi. Beide Höhlen stehen unter Schutz. Viele weitere Höhlen im Gebiet der Sierra del Sueve und der weiteren Umgebung sind bisher noch nicht wissenschaftlich erforscht.

 

Die Höhlenmaler der Cueva Tito Bustillo

Zu den bedeutendsten Funden prähistorischer Kunst in Europa gehören die Höhlenmalereien der Cueva Tito Bustillo in Ribadesella. Tief in den verzweigten Höhlensystemen im Berginnern sind die tempelartigen Galerien (Santuarios A y B) Zeugen einer Zeit vor bis zu 35.000 Jahren. Die Höhle ist UNESCO Welterbe.

 

Die Höhlen des Sueve und die kunstvoll gestalteten Höhlen von Ribadesella strahlen auch heute noch ihre zeitlose Kraft aus. Im modernen multimedialen Infozentrum Centro de Arte Rupestre de Tito Bustillo wird diese Kraft erlebbar.

 

Wer die Höhlenmalereien in der Cueva Tito Bustillo erleben möchte, der sollte in den Sommermonaten frühzeitig eine Reservierung vornehmen.

 

David Lewis-Williams, Professor für kognitive Archäologie, ist davon überzeugt, dass die Malereien in magisch-religiösen Zeremonien für die Kommunikation mit den Göttern Verwendung fanden. Es handelt sich demnach um eine Form des prähistorischen Schamanismus. (Lewis-Williams, D.J. and Pearce, D.G., Inside the Neolithic Mind: Consciousness, Cosmos, and the Realm of the Gods. Thames & Hudson, London, 2005)

 

Damit offenbarten sich die Höhlenmaler als Menschen mit Kultur, Religion und Seele. Die Malereien sind nach Ansicht des Forschers zum Teil Abbild einer Parallelwelt, die in schamanischer Trance zugänglich wird. Untersuchungen der Bewusstseinsforschung zeigen, dass es sich bei vielen Motiven der Höhlenmaler um eine archetypische Symbolik handelt, die in tiefer Meditation oder in Hypnose auch heute von Menschen erfahren wird.

 

Der Schutz- und Heilstein Azabache

Azabache (dts. Gagat, engl. Jet) ist in Asturien aus einer Baumart entstanden, die vor 65 bis 200 Millionen Jahren verbreitet war. Es handelt sich um versteinerte und brillant glänzende Kohle.

 

Der Prozess der Entstehung des Azabache ist noch nicht genau bekannt. Aus einem einzigen Baumstamm mit einer Länge von 10 bis 20 Metern hat sich im Laufe der Jahrmillionen zum Teil Kohle und zum Teil Azabache entwickelt.

 

In seiner besten Qualität findet man Azabache an einem Küstenstreifen in der Nähe von Villaviciosa am Fuße der Sierra del Sueve. Hier fanden sich die weltweit größten Abbaugebiete. Heute sind die Azabacheminen in Asturien weitgehend geschlossen, da die Nachfrage nach diesem Mineral nicht so groß ist, dass sich der Abbau noch lohnen würde. Doch in jüngster Zeit scheint sich dies zu ändern. Die Wiederentdeckung der energetischen Wirkung des Azabache, seine Funktion als Schutz- und Heilstein, erlangt zunehmende Aufmerksamkeit.

 

Bereits in prähistorischer Zeit wurde Azabache verarbeitet. In der Bronzezeit wurden daraus Ornamente hergestellt. Bereits von Aristoteles und von den Römern wurde die besondere Wirkung des Azabache beschrieben. Naturvölker in aller Welt kannten die Wirkung des Azabache. Auch heute noch wird Azabache bei einigen indigenen Völkern Amerikas als Schutzstein verehrt.

 

Tomás Noval Barredo

Der vorläufig letzte professionell arbeitende Azabache-Bergmann Asturiens war Tomás Noval Barredo. In einem Gespräch mit dem Autor berichtete er aus seinem erfüllten Leben.

 

Tomás stammt aus einer asturischen Familie, die sich seit Generationen dem Abbau und der Verarbeitung von Azabache widmet. Tomás blickt auf eine 64-jährige Erfahrung als Azabache-Bergmann zurück. Im Jahre 1921 wurde er im asturischen Oles (Villaviciosa) geboren, wo die weltweit reinsten Azabachevorkommen zu finden sind. In dem Wald zwischen der Ortschaft Oles und der Meeresküste befindet sich seine Azabachemine. Die Mine führt zunächst 80 Meter in den Berg unterhalb der Ortschaft Oles. Dort beginnt ein weit verzweigtes unterirdisches Labyrinth von Gängen, in denen er Azabache auf traditionell handwerkliche Weise abbaute.

 

Tomás schwörte auf die Wirkungen des Azabache. Eine Reihe von Menschen, denen Tomás Azabachesteine geschenkt hatte, berichteten ihm von außerordentlichen glücklichen "Zufällen", die sie der Wirkung des Azabache zuschrieben. Tomás war davon überzeugt, dass Azabache ein Glücksstein ist, der darüber hinaus eine starke Wirkung auf die Erhaltung der Sehkraft ausübt. Tomás hat dies selber erfahren. Im hohen Alter verfügte er noch über eine starke Sehkraft. Er öffnete ein altes Buch, indem er die Stelle hervorhob, wo Aristoteles zitiert wird. Bereits Aristoteles hatte darin auf die Wirkung von Azabache bei Augenleiden hingewiesen.

 

Das Haus von Tomás Noval glich einem kleinen Azabachemuseum. In altem Zeitungspapier eingewickelt präsentierte Tomás seine schönsten Kunstwerke aus Azabache. Darunter auch eines seiner ganz besonderen Sammelobjekte: ein Teil des Drainagesystems einer römischen Azabachemine, die ganz in der Nähe seiner eigenen Mine existierte.

Buchtipps:

Empfehlen Sie diese Seite auf: