Covadonga - Die Felsengrotte des Río Deva

Der Wallfahrtsort in den Picos de Europa

Covadonga - Die Felsengrotte des Río Deva

Covadonga ist ein malerisch gelegener Wallfahrtsort im Nationalpark Picos de Europa.

 

Covadonga steht in der Tradition der Marienverehrung. Eine natürliche Grotte in einer Felswand ist das Ziel der Pilger und Pilgerinnen.

 

Hier thront eine in den Fels gebaute Kapelle über den kleinen Wasserfällen des Río Deva. In der Felsengrotte wird die Heiligenfigur La Virgen de Covadonga aufbewahrt.


Unterhalb der Kapelle ergießt sich der Río Deva in einen kleinen glasklaren Teich. In der Tiefe funkeln Münzen, die als Opfergabe von den Besuchern ins Wasser geworfen werden. Ein Teil des Río Deva ergießt sich in einen Brunnen, der als "Glücksbrunnen" gilt. An manchen Tagen ist das Wasser still und seicht und der Ort wird zu einem Tor in ein märchenhaft anmutendes Zauberland, erfüllt mit Magie und mit kraftvollen mythischen Symbolen. Dann kann es zuweilen vorkommen, dass sich der Betrachtende in dem Wasser des Teichs wie in einem Spiegel selbst erkennt, als das, was er in seinem tiefsten Wesen ewig ist.

In früheren Zeiten war der Abgrund der Felswand, von der Felsengrotte bis hinunter zum Glücksbrunnen, noch tiefer, bevor er sich mit Sedimenten füllte und den heutigen Teich bildete. Das frische Wasser des Río Deva ergoss sich aus vielen Öffnungen in die Tiefe. Heute ist der Río Deva gezähmt. Einige Öffnungen wurden verschlossen, um den Zugang zu diesem Ort zu erleichtern. Die Wassermenge des Río Deva ist jahreszeitlich bedingt sehr unterschiedlich. Das Wasser wird gespeist aus den Tiefen des Berges Monte Auseva, dem Höhlensystem der Cueva de Orandi.

 

Der Ursprung von Covadonga reicht zurück in vorchristliche Zeit. Darauf weisen örtliche Legenden hin und auch die Namensgebung der Felsengrotte, des Flusses und einiger umliegender Orte. Unverkennbar sind Parallelen zur mythologischen Hauptfigur Asturiens: La Xana. Dies ist eine Frauengestalt, die im Zusammenhang mit örtlichen Legenden erwähnt wird, bei denen Quellen und Höhlen eine wichtige Rolle spielen.

 

El Alemán de Corao

Covadonga - Die Felsengrotte des Río Deva

In der Nähe der Felsengrotte wurde von 1877 bis 1901 eine Kirche im Stile der Neoromanik errichtet, die Basilika von Covadonga.

 

Idee und Baupläne für diese Kirche gehen zurück auf Roberto Frassinelli Burnitz. Er übernahm persönlich die Bauleitung für die Krypta der Basilika.

 

Frassinelli hatte deutsche und italienische Wurzeln, wurde in Ludwigsburg (1811) geboren, studierte in Tübingen und starb in seiner Wahlheimat Corao, in den Picos de Europa nahe Covadonga (1887). In Asturien ist er bekannt als "El Alemán de Corao".

 

Roberto Frassinelli war inspiriert von naturverbundenen romantischen Idealen seiner Zeit. Romantisches Erleben vermochte Menschen mit Liebe und einem Hauch von Ewigem zu erfüllen. Als romantische Orte galten nebelverhangene Wälder, Berge und Flusslandschaften. Der romantische Blick sah die Wunder der Natur in ihrer Raum und Zeit transzendierenden Qualität.

 

Frassinelli engagierte sich, wie viele Romantiker seiner Zeit, in der revolutionären Demokratiebewegung in Deutschland. Als Mitglied der Studentenverbindung "Gesellschaft der Feurreiter" nahm er 1833 am "Frankfurter Wachensturm" teil. Ziel war, die Gesandten der deutschen Fürsten gefangen zu nehmen und damit eine demokratische Erhebung in ganz Deutschland zu begründen. Durch Verrat wurden die Aufständischen jedoch bereits erwartet und viele wurden wegen Hochverrats getötet oder zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Frassinelli entkam der Verfolgung. Er wanderte nach Nordspanien aus und fand in den Picos de Europa eine neue Heimat.

 

In Asturien machte er sich als vielseitig begabtes Genie einen Namen. Er arbeitete als Architekt, Archäologe, Maler und engagierte sich bei dem Ausbau von Archiven der Universitätsbibliothek Oviedo, in denen historische Dokumente aus Klöstern und Kirchenbesitz zusammengetragen wurden. Sein Interesse galt den Mysterienstätten Asturiens und den "Kathedralen der Natur". Landschaftsmalereien, Zeichnungen von archäologischen Fundstätten und Sakralbauten und natürlich die Basilika von Covadonga gehören zu den Hinterlassenschaften Frassinellis.

Covadonga - Picos de Europa

Seine Verbundenheit mit der Natur zog ihn oft in die Einsamkeit der Picos de Euopa, wo er sich über Wochen und Monate verlor.

 

In der theosophischen Erzählung von Mario Roso de Luna mit dem Titel "El Tesoro de los Lagos de Somiedo" begibt Roso sich auf die Spur des geheimnisvollen Frassinelli.

Mario Roso de Luna beschreibt darin seine Reiseerlebnisse in Asturien im Jahr 1902, eine literarische Meisterleistung der Anwendung theosophischer Sichtweisen auf Erscheinungen in der materiellen Welt. (Mario Roso de Luna: El Tesoro de los Lagos de Somiedo, Edición de Esteban Cortijo Parralejo, Sevilla, 2006)

 

Wer sich selber auf die Spur des Roberto Frassinelli begeben möchte, der kann die nach ihm benannte Wanderroute ab Corao bis hinauf in die Höhen der Picos de Europa erwandern. Wer über Kenntnisse der spanischen Sprache verfügt, für den kommt auch eine Literaturrecherche in Betracht.

 

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