Der Ruf der Erde

Touren rund um den Monte Sueve machen auch mit den Wundern der Natur in der Region der Sierra del Sueve vertraut, von denen einige sogar planetare Bedeutung haben.

 

Es sind ökologische Juwele, die zum Teil in das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 aufgenommen wurden. Dazu gehören die Flussmündungsgebiete von Ribadesella und Villaviciosa, der Río Sella, der Strand und die Felsenschlucht in Vega, die Küstenabschnitte mit Fundstätten aus der Zeit der Dinosaurier und ein Gebiet um den Pico Pienzu.

 

Die Sierra del Sueve ist darüber hinaus eine der letzten Zufluchtsstätten des Asturcón. Die legendären Asturcones, kleinwüchsige Pferde mit langer Mähne, bewohnen schon seit Urzeiten die Sierra del Sueve.

 

Auch die Höhle Cueva Rosa ist Teil von Natura 2000 und die steinzeitlichen Höhlenmalereien in der Höhle Tito Bustillo in Ribadesella sind UNESCO-Welterbe.

 

Das Höhlensystem Cueva Sidrón mit Funden aus der Zeit der Neandertaler vor etwa 50.000 Jahren, steinzeitlichen Höhlenmalereien und einer einzigartigen Höhlenfauna ist ein geologisches Schutzgebiet von internationaler Bedeutung.

 

Teil des europäischen Netzwerks der Naturlandschaften ist auch ein submarines Gebirge, das der Sierra del Sueve vorgelagert ist: El Cachucho (Le Danois Bank). Die einzigartige Unterwasserwelt vor der asturischen Küste ist das Reich der Calamares Gigantes, darunter der Riesenkalmar Architeuthis dux. Die Gipfel des Gebirges waren einst über dem Wasser. Sie sind jetzt etwa 400 Meter unterhalb der Meeresoberfläche und reichen bis in eine Tiefe von 5.000 Metern.

 

Die Zukunft des Monte Sueve

Insgesamt ist die Region der Sierra del Sueve zweifellos ein kulturhistorisch und ökologisch einzigartiges Juwel in Europa.

 

Dennoch: Trotz der internationalen Schutzausweisungen einiger voneinander getrennter Teilgebiete konnte die Zerstörung kulturhistorischer und ökologischer Besonderheiten in der Region bisher nicht gestoppt werden.

 

Die ursprünglichen megalithischen und römisch-suevischen Wege sind in den letzten Jahrzehnten teilweise unwiederbringlich zerstört worden. Auch das ökologische Juwel im Herzen des Monte Sueve, einer der letzten alten Eibenwälder des Planeten, ist stark in seinem Bestand gefährdet. Seit einigen Jahrzehnten gibt es dort praktisch keine nachwachsenden Eibenbäume mehr. Gründe für die Gefährdung sind zum Beispiel die Einbringung ortsfremden Jagdwilds, die Übernutzung durch Viehwirtschaft (dank EU-Agrarsubventionen), Brandstiftung (oft zur Umwandlung von Naturlandschaft in EU-subventionsfähige verbrannte Erde). Weitere Probleme sind die Umwandlung von Naturlandschaften in schnellwachsende Holzplantagen (z. B. Eukalyptusplantagen) und der Bau von Zufahrtswegen.

 

Kurzfristige Gewinninteressen haben oftmals Vorrang vor dem jahrtausendealten kulturhistorischen und ökologischen Erbe. Die Priorisierung von Projekten ohne ausreichende Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz stellt in der Region der Sierra del Sueve ein Problem dar. So wurde auch die Fläche für die asturischen Wildpferde (Asturcones) zugunsten von EU-subventionierter Rinderzucht erheblich reduziert.

Zu den weiteren Problemen für eine nachhaltige Entwicklung der Region der Sierra del Sueve gehören auch Immobilienspekulation, Gesteinsabbau und Bergbau. Ab dem Jahr 2013 wurde zudem bekannt, dass gleich mehrere Konzerne ihr Interesse für Fracking-Lizenzen angemeldet haben.

 

Als im Dezember 2015 weite Teile der Sierra del Sueve in Flammen standen, hörte ich in mir einen Aufschrei des Monte Sueve. Einen alles durchdringenden Urschrei der Natur - wie ein Ruf der Erde. 

 

Der „Ruf des Sueve“ ist der „Ruf der Erde“

Die alle Zeiten überdauernde Verbindung mit der heiligen Essenz der Erde ist es, die uns heute im Monte Sueve auf eine neue Weise ruft.

 

Der „Ruf des Sueve“ ist der „Ruf der Erde“.

 

Es ist der Ruf aufzuwachen und der Weisheit der Erde zu lauschen, angesichts der Plünderung des Planeten und der drohenden Zerstörung des kulturellen und ökologischen Erbes.

 

An vielen Orten des Planeten hören Menschen diesen Ruf. Sie antworten darauf auf ihre jeweils eigene Weise. Darunter befinden sich auch eher der Stille und Kontemplation zugeneigte Weisheitslehrer, die jetzt ihre Stimme erheben. Sie verlassen die Einsamkeit und Abgeschiedenheit ihrer Klöster.

 

In ihren Meditationen sehen sie gleichgerichtete Botschaften, die aus der Tiefe ihres Seins emporsteigen und die sich zu einem einzigen Aufschrei bündeln, ein Urschrei der Erde ertönt durch sie und alles Leben. Er lässt die Erde erbeben, ein geistiges Beben, das selbst die bislang in sich gekehrten Mystiker der verschiedensten Religionen veranlasst, zum sofortigen Handeln aufzurufen. Ihre Botschaft durchdringt in ihrer Eindringlichkeit und Klarheit alles Leben auf dem Planeten: Erinnert euch an die Verbundenheit allen Lebens aller Zeiten, werdet euch eurer Verantwortung für das Ganze bewusst. Hört den „Ruf der Erde“ und antwortet jetzt darauf!

 

Der Sufi-Lehrer Llewellyn Vaughan-Lee hat einige dieser Weisheitslehrer in seinem Projekt „Spiritual Ecology“ zu Wort kommen lassen. Darunter auch der ehemalige Mönch und Friedensaktivist Satish Kumar, der durch seine Retreats in der Sierra del Sueve mit dem Monte Sueve vertraut ist. Für ihn sind Orte wie der Monte Sueve symbolische Orte, an denen die Heiligkeit der Erde persönlich erfahrbar werden kann. Die Würdigung der Heiligkeit einer Landschaft ist die älteste Form der Bewahrung eines Lebensraumes.

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