Priscillian und sein Vermächtnis auf dem Sternenweg (Buchvorstellung)

Priscillian - Vermächtnis auf dem Sternenweg Priscillian und der Monte Sueve: Wegweiser am Monte Sueve

"Priscillians Vermächtnis auf dem Sternenweg" ist die Geschichte einer Spurensuche auf dem Jakobsweg in Nordspanien. Ausgehend von der Frage nach der Namensherkunft des Monte Sueve nimmt die Suche eine abenteuerliche Wendung in ein Grenzland, in dem Erinnerungen erwachen, die heute auf eine neue Weise bedeutsam sein könnten. Der Autor folgt dem „Ruf des Sueve“.

 

Die Reise führt zunächst zu den Ursprüngen des Sternenweges und zur Entstehung des Jakobusweges, zurück zur Megalithkultur entlang des Sternenweges, zu vorrömischen Sonnenkulten, zum Gott Mithras und zu einer christlichen Gemeinde in Asturien, um dann einzutauchen in die Zeit der Völkerwanderung und die danach entstandenen Königreiche.

 

Durch eine neue Sichtweise auf historische Ereignisse und archäologische Funde erscheinen das Königreich der Sueven und die Entstehung des Königreichs von Asturien in einem völlig neuen Licht.

 

Nach einer Anrufung am Monte Sueve kommt der Autor in Berührung mit dem Vermächtnis eines christlichen Bischofs: Priscillian. Aus der Spurensuche wird eine Reise zum Licht …

Priscillians Vermächtnis auf dem Sternenweg - Der Ruf des Sueve

Eine „Reise zum Licht“ auf dem Sternenweg in Asturien und Galicien.

360 Seiten, mit vielen Zeichnungen und Fotos (s/w):

Priscillians Vermächtnis auf dem Sternenweg - Der Ruf des Sueve (Amazon.de)

Priscillian und sein Vermächtnis: Inhaltsverzeichnis

Der Sternenweg

 

Der Ruf des Sueve

 

Der Monte Sueve und die Sueven

Die Begegnung mit Pintaius aus Asturien

Die Sueven in Gallaecia

Die Heiligtümer der Sueven

Der Landschaftstempel Monte Sueve

Die Lichtgötter des Monte Sueve

Die Ethiklehre und heidnische Traditionen

Das Grenzland Sierra del Sueve

Die Vermählungspolitik der Sueven

Die Suevin Ermengon und die Identität der Sueven

Die Keimzelle des Königreichs von Asturien

Die Sueven und der asturische König Pelayo

Der Dolmen Santa Cruz und Robert Frassinelli

Die Weihinschrift der Kirche Santa Cruz

Das Jahr 437 in Cangas de Onís

Die Neuinterpretation archäologischer Funde

Der Monte Sueve im Liber Testamentorum

Das Königreich der Sueven in neuem Licht

 

Priscillians Vermächtnis

Flug zwischen den Zeiten

Die Anrufung

Priscillians Botschaft

יהוה – YOSOY – ICH BIN

Der Priscillian-Kodex aus Gallaecia

Die Reise zum Licht

Die Intuition des Himmels

Vom EINSSEIN in Liebe

Priscillians Wirken und Martin von Tours

Priscillian in Trier

Priscillian in Astúrica

MACINA SACRA

ABRAXAS

Ein Weg zum SELBST

Priscillian und der Monte do Facho

 

Die Seele der Erde

 

Der Ruf der Erde

 

Anmerkungen und Quellenangaben

 

Priscillian und sein Weg zur SELBSTerkenntnis

Priscillian - Vermächtnis auf dem Sternenweg Priscillian und der Monte Sueve: Uralte Eibe im Eibenwald des Sueve

Priscillian (span. Prisciliano) lebte im 4. Jahrhundert. Er war Gründer einer christlichen Bewegung, die der persönlichen Erfahrung des Heiligen Geistes Vorrang vor kirchlichen und weltlichen Hierarchien einräumte. Sein Ziel war es, die Kirche zu erneuern.

 

Gebote für die persönliche Lebensführung prägten seine Lehre ebenso wie die Forderung nach Abschaffung der Sklaverei und die Gleichstellung von Männern und Frauen. Im Jahre 381 wurde Priscillian zum Bischof von Avila ernannt.

 

Das Studium der Schriften des Neuen Testaments und frühchristlich-gnostischer Schriften (Apokryphen) war für Priscillian wesentlich auf dem Einweihungsweg zur SELBSTerkenntnis, die im Mittelpunkt seiner Lehre stand. Für Priscillian waren die Elemente der Natur, Bäume, Steine, Felsen und die Sterne des Himmelszelts kraftvolle Symbole, die auf dem Einweihungsweg zur SELBSTerkenntnis eine wichtige Bedeutung hatten. Der Weg zur SELBST- und Gotteserkenntnis steht allen offen in allem, ruft Priscillian immer wieder aus und singt es der Sonne, dem Mond und den Sternen, den Bergen, Flüssen, Wäldern und Bäumen. 

 

Priscillian setzte sich in der offiziellen Glaubenslehre der Katholischen Kirche nicht durch. Er wurde gemeinsam mit einigen AnhängerInnen im Jahre 385 in Trier hingerichtet.

 

Priscillian und die Sueven

Priscillian - Vermächtnis auf dem Sternenweg Priscillian und die Sueven: Brücke am Jakobsweg in Ribadesella

Der Leichnam von Priscillian und einiger seiner Anhänger wurde von Trier nach Gallaecia gebracht (auf dem späteren Jakobsweg).

 

Nach der Beisetzung in Gallaecia wurde die Provinz zu einer Hochburg des Priscillianismus. Große Teile des Klerus hatten eine enge Identifikation mit den Lehren des Priscillian.

 

Man kann sogar sagen, dass der Priscillianismus in Gallaecia bereits im 4. Jahrhundert eine geradezu revolutionäre kulturell-religiöse Kraft entfaltete, die noch über Jahrhunderte wirksam war.

 

Manche Beobachter sind sogar davon überzeugt, dass diese Kraft sich im Mittelalter, zum Beispiel bei den Katharern und in neugnostischen Lehren auf dem Sternenweg nach Santiago de Compostela bewahrt hat.

 

Diese Entwicklung wäre ohne das Königreich der Sueven nicht möglich gewesen. Die Verfolgung und Bekämpfung der Anhänger des Priscillian durch die dogmatische Kirche gestaltete sich nämlich schwierig, seit sie ihren Einfluss in Gallaecia während der Zeit des Suevenreichs weitgehend verlor.

 

Mehr noch: In der Anfangsphase des Suevenreichs, unter den Königen Rechila und Rechiar, wurde der Priscillianismus aktiv gefördert. Auch die weitgehende Toleranz oder das Desinteresse weiterer Suevenkönige gegenüber den diversen religiösen Glaubensrichtungen in ihrem Herrschaftsbereich ermöglichten es, dass der Priscillianismus das bestimmende Element des Christentums im Königreich der Sueven blieb.

 

Priscillian und der Bannfluch gegen Vegetarier

Priscillian - Vermächtnis auf dem Sternenweg Suevenkönig Ariamir und Bischöfe während der Synode in Braga im Jahre 561, auf der Priscillian weiterhin ein wichtiges Thema war, Códice Vigiliano de El Escorial

Priscillian war überzeugter Vegetarier. Dies stand in der Tradition vieler urchristlicher Glaubensgemeinschaften. Noch im Jahre 561 kam es auf einer Synode in Braga zum Bannfluch gegen Vegetarier. Wer auf den Verzehr von Fleisch verzichtete, konnte aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Wer kein Gemüse aß, weil es zusammen mit Fleisch gekocht wurde, erlitt das gleiche Schicksal.

 

Auch auf der Synode im suevischen Braga im Jahre 572 war der Priscillianismus weiterhin ein wichtiges Thema. Erneut wurde die Lehre zur Häresie erklärt. Viele Kleriker im Suevenreich bevorzugten jedoch, statt der katholischen Doktrin zu folgen, weiterhin die eigenen religiösen Praktiken. Sie ließen sich auch nicht von der eigenständigen Auswahl religiöser Schriften abbringen. So waren apokryphe Schriften weiterhin verbreitet, zum Beispiel das Philippus-Evangelium, das Thomas-Evangelium, die Apostelakten des Andreas und Johannes, die „Memoria Apostolorum“ und weitere frühchristliche Schriften, die dem Gnostizismus zugerechnet werden.

 

Bedingt durch die Verfolgung seitens der katholischen Kirche wirkten die Anhänger des Priscillian später im Verborgenen weiter und wurden zu einer der Bewegungen, die zur Entstehung der Geheimlehren auf dem Sternenweg beitrugen.

 

Priscillian, das Verschleierungsverbot und Kirchenbann 

EUCROCIA (Euchrotia), PROCULA, ÚRBICA, EGERIA, AMANTIA, SEVERA und MAGNENTIA – das sind einige der vergessenen Namen von Frauen aus priscillianischen Gemeinden.

 

Bereits auf einer Synode in Saragossa im Jahre 380 stieß die Rolle der Frauen als gleichberechtigte Mitglieder in priscillianischen Gemeinden auf harsche Kritik einiger Bischöfe. Das gemeinsame Bibelstudium von Männern und Frauen wurde mit dem Kirchenbann belegt.

 

Die priscillianischen Studiengruppen von Frauen und Männern, mit eigenen Ritualen und Liturgien, bildeten ein Netzwerk mit einer enormen sozialen Sprengkraft. Zwei Beschlüsse der Synode des Jahres 380 deuten darauf hin, wer Träger dieser Sprengkraft war. Zum einen erfolgte das Verbot der Eigenernennung von christlichen Lehrern und Lehrerinnen. Zum anderen erfolgte das Verbot der Verschleierung junger Frauen, die sich „eigenmächtig“ Gott zugewandt hatten. Das Verschleierungsverbot diente als eine der Maßnahmen zur Kontrolle von Frauen unter 40 Jahren. Die Verschleierung bedeutete damals, einen höheren sozialen Status zu haben. Den verschleierten Frauen wurde Verehrung und Respekt zuteil. Die Verschleierung war ein Symbol für die spirituelle Selbstbestimmung der Frauen.

Priscillian: ITER TENDENS AD DEUM LIBERA SIT
Der Weg zu Gott ist frei und steht allen offen. 
VATER, SOHN und HEILIGER GEIST sind EINS. 

Buchtipps:

Empfehlen Sie diese Seite auf: