Alte und neue Pilger

Die Motive, sich auf den Jakobsweg zu begeben, sind heute so vielfältig wie nie zuvor. Dazu gehören die Suche nach einer körperlichen oder geistigen Herausforderung, die Suche nach Ruhe, Erholung, Abenteuer, Naturerleben, Kulturinteresse, Selbstfindung, Orientierung und Sinn oder einfach pure Lebensfreude.

 

Auch die Formen, sich auf den Weg zu machen, sind vielfältiger geworden. Der traditionelle Pilger wandert weiterhin mit Rucksack und Wanderstab von einer Herberge zur nächsten. Doch heute sind auf dem Sternenweg auch Menschen unterwegs, die es vorziehen mit Fahrrad, Pedelec, Motorrad oder einem PKW zu fahren oder die mit Bus und Bahn unterwegs sind. Selbst geländegängige Gehgestelle und motorisierte Rollstühle kommen zum Einsatz.

 

Einige Personen erkunden den Sternenweg über Jahre in kleinen Abschnitten, vielleicht wandernd oder auch motorisiert. Der Weg ist das Ziel. Auf dem Weg gibt es vieles zu entdecken. Links und rechts des Weges warten kleine und große Wunder. Vielleicht bleiben sie an einem Ort für längere Zeit oder finden ein neues Zuhause, sei es für den Rest ihres Lebens oder als eine zweite Heimat.

 

Einzelne neuzeitliche Pilger bevorzugen die nostalgische Fahrt mit der kantabrischen Schmalspurbahn. Auf der Küstenstrecke ab Bilbao verkehrt die Renfe-Feve durch eine zum Teil traumhafte Landschaft und hält in den entlegensten Weilern. Betuchte Touristen wählen zuweilen den teuren Nostalgiezug „El Transcantábrico“. Doch die Fahrt mit der langsam dahintuckernden Schmalspurbahn für alle, erscheint mir allemal interessanter zu sein. Nicht nur wegen der Ausblicke, sondern auch wegen der Originalität der Geschehnisse im Zug, eine authentische Lebenskultur entfaltet sich hier. Neben dem Wandern ist dies auch für mich die bevorzugte Wahl der Fortbewegung entlang des Sternenweges.

 

Die Offenheit so unterschiedlicher Menschen für den Weg ist ein neuzeitliches Phänomen, wobei die geheimnisvoll anmutende Anziehung des Sternenweges über all die Jahrhunderte hinweg erhalten geblieben ist. Doch auch das Pilgern im Mittelalter war durchaus nicht nur religiös motiviert. Die Heilung an Körper und Seele ist im Liber Sancti Jacobi, dem Pilgerführer aus dem 12. Jahrhundert, ein vielgenannter Grund für den Besuch der Kult- und Reliquienstätten entlang des Jakobsweges. 

 

Der gut ausgeschilderte traditionelle Jakobsweg ist leicht zu finden. Doch wer sich von der Milchstraße leiten lässt und offen ist für Erfahrungen und Zufälle auch ein wenig abseits des Hauptweges, der wird wahrlich Überraschendes entdecken. Ein Umweg kann dann zu einer Abkürzung werden.

 

In den letzten Jahren wurde der Küstenwanderweg in Asturien ausgebaut. Zum Teil überschneidet er sich mit dem Jakobsweg. Für Wanderer ist diese "Senda Costera" an manchen Küstenabschnitten eine sehr gute Alternative zum ausgeschilderten offiziellen Jakobsweg.

 

Die hier vorgestellte Reise auf dem Sternenweg eignet sich für alte und neue Pilger, die sich von den Sternen leiten lassen wollen, die Kraftorte auf dem Weg entdecken möchten oder die sich vor einer realen Reise auf den Weg einstimmen möchten. Es ist eine Ergänzung zu den bisher verfügbaren Beschreibungen der Jakobswege in Asturien:

Linktipp (Wikipedia):

Camino de la Costa - Der Küstenweg
Bei Wikipedia ist der asturische Küstenweg komplett mit den jeweiligen geographischen Koordinaten verfügbar. Hier können auch alle in Wikipedia verfügbaren Informationen abgerufen werden.

Linktipp (Spain.info):

Nördlicher Jakobsweg
Der Spanische Fremdenverkehrsverband hat eine interaktive Routenbeschreibung in deutscher Sprache in seinem Online-Angebot, die mit aktuellen Informationen angereichert ist.

Unsere Reise auf dem Sternenweg in Asturien erfolgt von Ost nach West. Die einzelnen Etappen orientieren sich an den Hauptorten des Weges. Die Beschreibungen enthalten Hinweise zu besonderen Orten auf dem Sternenweg und zu "Umwegen" und Themen, die mit der Kraft des Sternenweges im Zusammenhang stehen, jedoch den meisten Reisenden verborgen bleiben.

Auf dem Sternenweg in Asturien:

Colombres

Buchtipps:

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