Der Weg als Ziel

Der Sternenweg in Asturien ist nie zu Ende. Es gibt noch viel zu entdecken auf dem Weg, der das Ziel ist.

 

Wer dem Sternenweg weiter folgen möchte, der gelangt durch Galicien und Santiago de Compostela nach Fisterra (Finisterre).

 

Fisterra bedeutet „Ende der Erde“. Schon für die vorchristlichen Naturvölker war das westliche Ende der damals bekannten Welt ein magischer Ort. Hier stiegen nach damaliger Vorstellung die Seelen in den Sternenhimmel auf.

 

Römische Chronisten beschreiben einen imposanten Altar aus Stein, der zu Ehren des Sonnengottes der einheimischen Bevölkerung als zentraler Kultplatz diente. Es ist ein sagenumwobener Ort hoch über dem Meer, der Endpunkt der Pilgerschaft in Finisterre. Einige Steinplatten in der Nähe des Kaps weisen die Brandspuren von neuzeitlichen Feuerritualen zum Sonnenuntergang auf. In der Umgebung des Cabo Finisterre sind eine Reihe von Klöstern, Kirchen und auch vorchristliche und prähistorische Kultorte zu finden.

 

Nördlich des Cabo Finisterre, an der Punta da Barca (Murxía), erhebt sich die Ermita de Nuestra Señora de la Barca, eine Kirche, die von einigen Pilgern auf dem Sternenweg als das eigentliche Endziel der Pilgerreise durch Europa angesehen wird. Die heutige Kirche ist im 18. Jahrhundert erbaut worden. Doch schon lange vorher war dieser Ort als Kultort überaus bedeutsam.

Nuestra Señora de la Barca wurde auf einem der Hauptkultplätze am "Ende der Welt" errichtet. Einer Legende nach wurde die Kirche an dem Ort errichtet, an dem einst die Mutter Gottes erschienen sei. Mit einem Schiff aus Stein sei sie hier angekommen, um den Apostel Jakobus zu unterstützen. In der Nähe der Kirche ist ein etwa 60 Tonnen schwerer Stein zu sehen, der Pedra de Abalar (Schwingstein) genannt wird und den die Mutter Gottes bei ihrer Ankunft als Steg benutzt haben soll. Es handelt sich um einen Megalithen von 9 Metern Länge und einem Umfang von 30 Metern. Auch weitere Megalithen an der Punta da Barca tragen Namen, die an die steinerne Barke erinnern: Pedra dos Cadrís (Segelstein) und Pedra do Timón (Ruderstein).

 

Auch die Legenden der Überführung des Apostels nach Gallaecia stellen einen deutlichen Zusammenhang mit Stein- und Felskulten am „Ende der Welt“ her. Im ersten umfassenden Pilgerführer aus dem 12. Jahrhundert (in der Predigt „Veneranda dies“) wird die Legende der Ankunft des Jakobus mit einem felsenartigen Stein verknüpft. Demnach sei das Schiff mit dem Körper des Jakobus in Iria Flavia (El Padrón) gelandet und habe einen Felsen mitgeführt. Der Felsen des Jakobus sei daher von den Pilgern geziemend zu verehren. Nach der Ankunft sei der Körper auf dem Felsen gelagert worden und es wurden Kulthandlungen auf dem Stein durchgeführt. Die Verehrung des Felsensteins wird in der mittelalterlichen Predigt besonders hervorgehoben, auch da an diesem Felsen nach der Ankunft des Apostels das eucharistische Opfer gefeiert worden sei.

 

Das vorchristliche Legendenmotiv der Heiligen, die auf einem steinernen Schiff in der Welt der Lebenden anlanden ist an der Atlantikküste Nordwesteuropas ebenso verbreitet wie in Galicien. Hier sind es vor allem Punta da Barca, El Padrón und auch San Andrés de Teixido, wo diese Legenden heute noch erzählt werden.

 

 

So viele wundervolle Menschen in Asturien und Galicien lassen sich inspirieren von dem paradiesisch anmutenden Fleckchen Erde auf dem Sternenweg im Norden der Iberischen Halbinsel. Einer der großen Poeten unter ihnen ist Aurelio González Ovies. In seinen Werken kommt die Liebe zu seiner Heimat und die Inspiration des Ewigen, die sich auf dem Sternenweg in einzigartiger Weise spiegelt, poetisch zum Ausdruck.

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Aurelio González Ovies

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